• Seniors Captain

Kann der GC Obere Alp e.V. königlich werden?

Wohl eher nein, aber lies selbst die Geschichte der Königstitel im Golfsport.



1833 wurde aus der Perth Golfing Society, die im Herzen Schottlands unweit von St. Andrews liegt, die Royal Perth Golfing Society. König Wilhelm IV. verlieh den Titel und begann damit ein neues Ehrensystem für Golfclubs.


Mehr als 180 Jahre später tragen 66 Clubs den königlichen Titel, wie er von der britischen Königsfamilie verliehen wurde (acht so bezeichnete Clubs überleben nicht mehr). Von Royal Dornoch in der nördlichen Hemisphäre bis zu Tasmaniens Royal Hobart in der südlichen Hemisphäre wurde der königliche Titel einigen der prestigeträchtigsten Bastionen des Spiels verliehen, aber auch weniger bekannten Clubs mit bescheidenen Einrichtungen und kleinen Mitgliedschaften. Allen diesen Clubs gemeinsam ist eine unterschiedliche Geschichte, die oft in direktem Zusammenhang mit dem Wachstum oder der Verbreitung des Golfsports steht und immer eine wahrhaft königliche Verbindung aufweist.

Der erste Kontakt des Golfsports mit dem Königshaus geht auf das Jahr 1457 zurück, als das Spiel von König James II. von Schottland verboten wurde. (Anscheinend wurde damit das Bogenschießen abgeschafft, was angesichts der nervigen Engländer, die im Süden lauern, für wichtiger erachtet wurde). Trotz der regelmäßigen Verstärkung des Gesetzes nahm König James IV. das Spiel während einer Friedensperiode im Jahr 1502 wieder auf, und seither hat Golf Mitglieder der Königlichen Familie angezogen.




Mit der Vereinigung der schottischen und der englischen Krone im Jahr 1603 verlagerte sich der Golfsport in den Süden; aber als das Haus Stuart 100 Jahre später fiel, fiel auch die königliche Verbindung des Golfsports. Sie wurde erst wiederhergestellt, als Lord Kinnaird, Kapitän der Perth Golfing Society von 1832 bis 1834, sich während einer Reise nach London an König Wilhelm IV. wandte. Kinnaird fragte Seine Majestät, ob er Schirmherr der Gesellschaft werden würde und ob sich der Club The Royal Perth Golfing Society nennen dürfe. Als der König beiden Bitten zustimmte, war die königliche Eile groß.

Wilhelm IV. gewährte den königlichen Titel nur einem weiteren Golfclub, aber es war ein großer, nämlich der Society of St. Andrews Golfers. Major John Murray Belshes stellte den Antrag im Jahr 1834, und Seine Majestät war froh, dass der Club selbst zum Royal and Ancient Golf Club of St. Andrews umgestaltet wurde. Es bedurfte jedoch einiger sanfter Überzeugungsarbeit, bevor er sich bereit erklärte, sein Mäzen zu werden, und er willigte ein, als darauf hingewiesen wurde, dass einer seiner vielen Titel Duke of St. Andrews sei.



Der R&A hat sich zu einem Dachverband des Spiels und zum Organisator so wichtiger Veran-staltungen wie den Amateur- und Offenen Meisterschaften entwickelt. Nur wenige Klubs könnten den königlichen Titel mehr verdienen, und keiner hat das Privileg so vieler Kapitäne genossen, die Könige und Prinzen waren - sechs von ihnen. Der Royal West Norfolk Golf Club kann vier königliche Kapitäne zählen, doch der kroneneigene königliche Club der Krone - der Royal Household Golf Club, der 1901 von König Edward VII. gegründet wurde und sich im Home Park von Windsor Castle befindet - hatte nur einen.


Die diesjährige Offene Meisterschaft wird im Royal Liverpool Golf Club ausgetragen. Berühmt für die Ausrichtung der ersten Amateur-Meisterschaft im Jahr 1885 und 11 vorhergehenden Open, ist seine königliche Geschichte interessant.

1871 nahm Prinz Arthur, Herzog von Connaught und siebtes Kind von Königin Victoria und Prinz Albert, den Titel des Clubpräsidenten mit Freude an. Später im selben Jahr fügte der Club seinem Namen "königlich" hinzu, wie aus einer Medaille hervorgeht, die dem Club 1872 überreicht wurde und als Duke of Connaught Star bekannt ist.

Nach dem Tod von Königin Victoria im Jahr 1901 unternahm der Club den ungewöhnlichen Schritt, an das Innenministerium zu schreiben und darum zu bitten, den königlichen Titel weiterhin zu führen. Am 27. September 1901 wurde zur Freude des Clubs bestätigt, dass König Edward VII. "dem Ersuchen gnädigerweise gerne nachkam". Heute wird die königliche Verbindung des Clubs durch Prinz Andrew, den Herzog von York, der der Schirmherr des Clubs ist, fortgesetzt.


Von den 66 königlichen Golfclubs, die heute noch existieren, befinden sich 38 in Großbritannien, Irland und auf den Kanalinseln. Die Länder mit den meisten Royal Clubs sind Australien (mit acht) und Kanada (sechs). Der aktuelle Trend geht dahin, den Titel vermehrt an Clubs in Übersee zu vergebe.



Der jüngste königliche Club ist der Royal Homburger Golf Club in Homburg (Deutschland), was ein unwahrscheinlicher Ort zu sein scheint, es aber nicht ist. Trotz zweier Weltkriege, die die deutsch-englischen Beziehungen zerrissen, gab es jahrhundertelang starke Familienbande zwischen englischen und deutschen Königshäusern, und dies war der Grund dafür, dass der Club in Homburg den königlichen Titel erhielt. Der Titel wurde Ende November 2012 beantragt, und nach Prüfung durch das britische Kabinettsbüro und den stellvertretenden Premierminister ging der Antrag über den Geheimen Rat an Königin Elisabeth. Sechs Monate später, am 8. April 2013, wurde der Club königlich.

Seit 1833 hat jeder regierende Monarch mindestens einem Club den königlichen Titel verliehen, mit der ironischen Ausnahme von König Edward VIII. Er war ein eifriger Golfer, vielleicht der eifrigste aller britischen Monarchen, aber seine kurze Regierungszeit endete im selben Jahr, in dem er 1936 auf den Thron abdankte. Royal Clubs sind eine greifbare Erinnerung an die beson-deren und dauerhaften Bindungen zwischen dem Golfsport und der britischen Königsfamilie.



Kann der GC Obere Alp e.V. königlich werden?


Theoretisch ja, aber nur, wenn der Club eine starke frühere königliche Verbindung nachweisen konnte. Vielleicht müsste unser Club Captain den künftigen König für den schönsten Club im Schwarzwald begeistern, oder?


Dieser Beitrag verwendet Textblöcke ©Scott Mac Pherson, Golf Architekt und Historiker, publi-ziert im Links Magazin 2020

7 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

© www.seniorsoberealp.org                                                                                                                                                                Erstellt mit Wix.com